Fo
r
schungsverbund Muskelschwund (Sarkopenie) und Osteoporose – Folgen eingeschränkter

Regeneration im Alter

 

 

Der Alters-assoziierte Muskelschwund, die Sarkopenie, ist ein zunehmend gesellschafts- und gesundheitspolitisch relevantes Problem. Sarkopenie entsteht multifaktoriell durch genetische Prädisposition, mangelnde Bewegung und durch prädisponierende Begleiterkrankungen. Sarkopenie fördert ihrerseits andere muskuloskelettale Erkrankungen wie die Osteoporose. Die grundlegenden Änderungen werden oft bereits ab der fünften Lebensdekade offensichtlich. So kann es schon im erwerbsfähigen Alter zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Produktivität kommen. Im fortgeschrittenen Lebensalter drohen mit zunehmender Gebrechlichkeit (sog. Frailty) eine Einschränkung der Selbständigkeit und Pflegebedürftigkeit. 

Obwohl die hohe medizinische Relevanz von Sarkopenie durchaus bekannt ist, sind die Konsequenzen im Alltag aufgrund

  • definitorischer Schwierigkeiten,
  • einer in der Praxis schwer umsetzbaren Diagnostik sowie
  • mangels aktuell verfügbarer therapeutischer Optionen

bislang eher gering. Weltweit wird daher an der Definition und der Pathogenese der Sarkopenie geforscht und an konsentierten Standards für deren messtechnische Erfassung gearbeitet. Präventive und therapeutische Ansätze existieren nur fragmentarisch, praktikable altersadaptierte Interventions-Programme mit z.B. regelmäßigem Training und Ausgleich von häufigen nutritiven Mangelzuständen (Vitamin D Insuffizienz, Proteinmangel) durch spezielle Ernährungsprogramme müssen weiterentwickelt, validiert und standardisiert werden. Effektive Früherkennung, Prävention und schließlich Therapie würden eine erhebliche gesellschaftliche Entlastung bedeuten, Lebensqualität verbessern und die Selbständigkeit und Produktivität länger erhalten, ganz im Sinne der Initiativen für „Healthy Aging“, die sowohl von der Bundesregierung als auch von der Europäischen Union initiiert werden. In diesem Konsortium werden in enger Kooperation mit der produzierenden Industrie messtechnische Standards zur Erfassung der Sarkopenie und zur Evaluation des Erfolgs therapeutischer Interventionen erarbeitet. In einem ausgedehnten experimentellen Forschungsprogramm wird eine komplette Wertschöpfungskette mit Produktion rekombinanter Wirkstoffe, Klein- und Großtiermodellen und Entwicklung von Techniken zur Diagnose und Therapie der Sarkopenie erarbeitet.

Ziel ist, zum Ende des Projekts eine Plattform mit allen Voraussetzungen zur Translation neuer Therapien der Sarkopenie in die Klinik geschaffen zu haben. Sowohl die präklinischen Modelle als auch die Techniken für die klinische Umsetzung generieren dabei vermarktungs- und patentfähige Hochleistungsprodukte. Durch die Vernetzung bayerischer Kompetenzzentren entsteht ein Forschungs-Cluster mit herausragendem wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Potential.