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    Veröffentlichung aus FORZEBRA beschreibt molekulare Mechanismen der Sehnendegeneration

    Unter der Autorenschaft von Frau PD Dr. Denitsa Docheva von der LMU München haben WissenschaftlerInnen die molekularen Veränderungen bei der degenerativen Sehnenerkrankung näher beschrieben und in dem angesehenen Journal Aging Cell veröffentlicht (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23826660). Vorläuferzellen aus Sehnen von jungen und gesunden Spendern wurden verglichen mit solchen aus Patienten, die an degenerativen Sehnenerkrankungen bis hin zur Ruptur litten. Die Sehnen-abgeleiteten Stammzellen / Vorläuferzellen lassen sich im Labor vermehren und in ihrem Genexpressionsmuster und in ihren biologischen Eigenschaften untersuchen. Die Forscher stellten fest, dass das Muster der Genexpression in den "degenerativen" Sehnenzellen sich sehr stark von dem Muster der gesunden Stammzellen unterschied. In erster Linie betraf das z.B. Proteine der Extrazellulärmatrix wie COL1A1, Fibronectin und verschiedene Integrin-Moleküle, sowie die Rock-Kinasen. Das Muster der unterschiedlichen Genexpression war in Verbindung zu bringen mit der Zellproliferation, der Stammzellerhaltung und der Organisation des Zytoskeletts. Die Veränderungen münden bei den "degenerativen" Stammzellen offenbar in eine verminderte Fähigkeit zur Migration und eine verminderte Aktivität im Wundheilungs-Assay. Molekulare Analysen ließen im Folgenden darauf schließen, dass die Signaltransduktion über ROCK-Kinasen dabei eine wichtige Rolle spielt. Die experimentellen Daten besonders der differentiellen Genexpression bei Alterung und Degeneration von Sehnen versprechen zukünftig weitere Daten zu den molekularen Veränderungen und zu möglichen therapeutischen Zielstrukturen bei degenerativen Sehnenerkrankungen.
     


    Die Abbildung zeigt eine so genannte Heatmap, eine graphische Darstellung der Unterschiede in der Genexpression zwischen degenerativen und gesunden Sehnenstammzellen. Die Abbildung zeigt, dass es individuelle Unterschiede zwischen verschiedenen Personen gibt, dass aber auch erstaunlich viele Gene bei allen erkrankten Spendern ähnlich reguliert werden.