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    FORMOsA Team gestaltet Sarkopenie-Sitzung auf der Osteologie-Tagung 2014

    www.osteologie14.de


    Die Osteologie-Tagung 2014 fand in München am Gasteig statt. Mehr als 1300 Teilnehmer besuchten in diesem Jahr den Osteologie-Kongress. Die Deutsche Gesellschaft für Osteologie gestaltete mehrere Sitzungen auf diesem Kongress, darunter auch eine zum Thema Sarkopenie. Diese Sitzung wurde beinahe ausschließlich von Mitgliedern des Forschungsverbunds FORMOsA bestritten.

    Ein highlight lieferte allerdings eine Wissenschaftlerin, die nicht Mitglied des Verbundes ist: Frau Prof. Dr. Petra Knaus, Professorin für Biochemie an der FU Berlin. Sie referierte über die molekularen Mechanismen der TGFb-Familie und ihrer Rezeptoren und deren Beteiligung bei der Entwicklung und Regeneration von Muskeln.
    Herr Dr. Kob aus Nürnberg, Laborleiter in der Arbeitsgruppe um Herrn Prof. Cornel Sieber, sprach über die Pathophysiologie und Klinik der verschiedenen Formen der Sarkopenie, Prof. Klaus Engelke aus Erlangen über die Messverfahren und die Möglichkeiten der Bildgebung in der Diagnostik der Sarkopenie.

    Die Sitzung wurde abgeschlossen mit einem Vortrag von Dr. Seefried aus Würzburg zum Thema Medikamentöse Therapie der Sarkopenie. Insgesamt zeigte die sehr gut besuchte Sitzung in einer lebhaften Diskussion, dass das Thema aktuell und hochinteressant ist, dass wir aber noch erheblichen Forschungsbedarf anmelden müssen bezüglich der Pathogenese verschiedener Formen des Muskelschwunds und bezüglich der Evaluierung von Messverfahren, die das Risiko und den aktuellen Stand der Muskulatur erfassen. Dabei ist besonders unklar, welche Kombination aus Volumenmessung und Funktionsmessung die aktuelle individuelle Situation am besten widergibt und welche Biomarker ein Risiko und / oder eine aktive Erkrankung am besten beschreiben. Die Mission, in der der Verbund FORMOsA unterwegs ist, erscheint daher besonders wichtig: der Vergleich und die technische und klinische Evaluation der Messverfahren und der bildgebenden Methoden.

    Internationale Literatur spiegelt derzeit wider, dass bestimmte Messparameter tatsächlich mit der Sturzhäufigkeit assoziiert sind und somit funktionelle und klinische Bedeutung haben.
    So evaluierte kürzlich eine Arbeitsgruppe aus Japan die eigene Bevölkerung bezüglich der von der Europäischen Arbeitsgruppe erarbeiteten Kriterien (European Working Group on Sarcopenia in Older People)(Tanimoto et al., Sarcopenia and falls in community-dwelling elderly subjects in Japan: Defining sarcopenia according to criteria of the European Working Group on Sarcopenia in Older People. Arch Gerontol Geriatr. 2014 May 4. pii: S0167-4943(14)00062-4. doi: 10.1016/j.archger.2014.04.016.).
    Das Risiko für Stürze war in der sarkopenischen Gruppe gegenüber Muskel-Gesunden 4.42-fach bei Männern und 2.34-fach bei Frauen erhöht. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass natürlich die Zahlen für die Häufigkeit von Stürzen und die Häufigkeit der Sarkopenie deutlich unterschiedlich ist (Stürze 16.9% bei Männern, 21.3% bei Frauen und Sarkopenie 13.4% bei Männern und 14.9% bei Frauen über 65 Jahren). Auch andere Studien zeigen den Bedarf weiterer Forschung und das Thema wird sicherlich nicht zum letzten Mal auf einem Kongress vertreten sein.